IX

Kurioses
zu: "Geschichtliches"__Auswahl Mittelalter


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Von Andreas zu Stemberg bekam ich am 15.11.06 die folgenden 4 Erklärungen:


"Auf den Hund gekommen"

Im Mittelalter waren die Böden von Geldtruhen oft mit Tierbildern verziert oder mit Fellen ausgelegt (da klimperte es nicht so laut). Meistens waren dies Hundebilder oder Hundefelle. Wenn man also den Grund der Truhe erreicht hatte, war man "auf den Hund gekommen" und somit Pleite.


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Das Victory- Zeichen

soll sich Angeblich nicht vom englischen "Victory" ableiten, sondern davon kommen, daß die Franzosen gefangenen Langbogenschützen den Zeige- und Ringfinger abgeschnitten haben sollen, und es so eine provokante Geste der Bogenschützen gewesen sein soll nach dem Motto "Schau, ich hab meine Finger noch und kann gleich auf euch losschießen"..

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"Aus heiterem Himmel"

soll sich auf einen Pfeilhagel eines bestimmten Pfeiltyps beziehen. Dessen Flug war kaum zu hören und prasselte so total unvermutet auf seine Opfer nieder. Daher: "Aus heiterem Himmel".

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"Etwas aus dem Hut ziehen"

kommt angeblich nicht von den Zauberen, sondern von Bogenschützen, die ihre Ersatzsehne für den Bogen unter der Kopfbedeckung (dem Hut) vor Regen geschützt verborgen hatten.


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Chriss aus Marl schrieb mir BB 7 / 05 :

Welchen Hintergrund hat der Spruch:

Rutsch mir doch den Buckel runter?

Die Erklärung für diesen Spruch liegt im frühen Mittelalter als die Schilde auf der Vorderseite noch sogenannte Schildbuckel hatten. Diese Schilde wurden zur Verteidigung in einer Reihe als Phalanx aufgereiht. Wenn dann der Feind gegen die Schilde anstürmte, daran hängen blieb, und von den dahinter in Deckung befindlichen Pikenieren oder Speerträgern durchbohrt wurde, rutschten die Angreifer (tot) über den Buckel nach unten. Darum "den Buckel runter rutschen". Wurde einem also damals so etwas angeboten, war es -anders als Heute- bestimmt kein Ausdruck von Gleichgültigkeit. Eher das Angebot einen gewaltsamen Tod zu erleiden.


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( Neu 25.09.04 )

Wofür stand eigentlich die Rose im Mittelalter?

Wohl jeder kennt den Spruch: "Lass Blumen sprechen". Dies gilt auch für die Rose.

Die Rose hatte im Mittelalter aber eigentlich eine ganz andere Bedeutung als Heute.

Früher stand sie für Verschwiegenheit.

Überreichte also der Jüngling seiner angebeteten eine Rose hieß das; Sie möge über die Beziehung Stillschweigen bewahren.

War besagte Rose in Stein gemeißelt, von innen über einer Tür angebracht, bedeutete dies, daß die in diesem Raum geführte Unterhaltung nicht nach draussen zu dringen hatte.

War gleichzeitig auch noch ein Narrenkopf in diesem Raum angebracht, so bedeutete dies, daß an diesem Orte offen, und ohne "Spätfolgen"; also ohne das sich jemand beleidigt fühlen, und einen Krieg anzetteln durfte, gesprochen werden konnte. Solche Räume wurden demnach als "Verhandlungsräume" genutzt. Wahrscheinlich wurde aber auch so mancher finsterer Mordplan in solchen Räumen erdacht, besprochen und geplant.

So zu finden z.B. auf Burg Elz.


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Was heisst eigentlich Succubus / Incubus ?

Succubus (lat. succumbere = darunterliegend, sich beschlafen lassen) steht für eine weibliche lüsterne Dämonin, welche schlafende Männer heimsucht. Das Männliche Gegenstück der Incubus stand gemeinsam mit der succubus zur Zeit der Inquisition in dem -für einige reizvollen- Ruf, eine Manifestierung des Teufels zu sein, welche(r) quasi unter dem Deckmantel feuchter Träume den Beischlaf mit den Menschen vollführte.


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Warum heißt es überhaupt: "ins Bett steigen"?

Die Erklärung hierfür ist relativ einfach. Damals (im Mittelalter) waren die Bettkästen nicht direkt auf den Boden, sondern etwas erhöht gebaut. Um also die Schlafstätte zu erreichen musste man einige Stufen hoch "ins Bett steigen". Der Grund für diese Bauweise war vermutlich die Kälte des Steinfußbodens. Der Grund warum diese Betten meistens einen "Himmel" hatten liegt darin begründet, das man sich vor herabfallendem Getier schützen wollte welches damals wohl in Massen an Decken und Wänden saß.


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Woher kommt ursprünglich: "der fackelt nicht lange"?

In den dunklen Tagen des Mittelalters war es üblich bei einem Angriff auf eine Burg auch Feuer zu verwenden (z.B. um das Haupttor abzufackeln). Jedoch war dieses Tor auch gleichzeitig einer der bestbewachtesten Orte einer Burg und so sagten die Soldaten, welche an den Pechnasen oder den Schießscharten über einem solchen Tor saßen oftmals: "der da unten fackelt nicht lange". Womit Sie bestimmt nicht meinten das Sie ihn gleich einlassen würden.


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Warum sagt man eigentlich: "Pech gehabt"?

Wenn dann -wie in der Redewendung vorher angedeutet- die Soldaten heißes Pech bzw. Teer durch die Pechnasen nach unten auf die Angreifer geschüttet hatten und trafen, hieß es bei Ihnen wohl oftmals schadenfroh: sieh mal, der hat "Pech gehabt". Im Gegensatz zu Heute überlebte man es damals jedoch oftmals nicht "Pech gehabt" zu haben.


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Warum hatten enge Burgen (z.B. Burg Elz) eigentlich Kapellenerker?

Diese Erklärung ist ebenso einfach wie verblüffend. Aufgrund der engen Platzverhältnisse mussten Kapellen oft innerhalb der Burg errichtet werden. Daraus ergab sich allerdings folgendes Dilemma: Die oberen Geschosse waren verplant und hatten meist strategische Bedeutung. In den unteren Etagen durfte aber keine Kapelle errichtet werden, da niemand über Gott wohnen soll. Also erdachte man sich den Trick die Kapelle einfach als Erker aus der Wand heraus zu bauen und Ihr ein eigenes Dach zu geben. Aus diese Weise wohnte also niemand mehr darüber.


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Chriss aus Marl schrieb mir zu folgendem Thema:

Woher kommt: "aus dem Stehgreif reden" ?

Also, zunächst müssen wir uns das Wort "Stehgreif" ansehen. Früher hieß das Steg-Reif und war die Bezeichnung für den heutigen Steigbügel beim Pferd. Hatte nun der Herold eine Nachricht zu verkünden, blieb er im Steg-Reif stehen um schnell fortreiten zu können falls seine Bekanntmachung beim Volke nicht so gut ankam. Daher: "aus dem Steg-Reif reden".


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M.Helzel schrieb mir die folgenden 3 Erklärungen:

Warum heißt es: "einen Zahn zulegen"?

Die Redensart kommt daher, daß der Kessel über dem Feuer an einer art Säge hing. sollte es stärker kochen, hing man den Kessel einen Zahn tiefer zum Feuer hin, also "einen zahn zulegen"

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Wieso sagt man: "auf die hohe Kante legen"?

Utensilien, oder Geld wurde auf der oberen Kante des "Himmelbetts" aufbewahrt .. daher "auf die Hohe Kante legen".

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Wie enstand die Redewendung: "durch die Lappen gegangen"?

Bei der Treibjagd, benutze man früher weisse Leinentücher die man von einem grossen Kreissumfang zu einem kleinen zusammenzog. Jeder Treiber trug also so ein leinentuch um das Wild in die Nähe der Jäger zu treiben ... büchste dann ein Jadtier aus ... hiess es: "der ist mir durch die Lappen gegangen"


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Bei Galileo (Pro7) habe ich die folgenden 4 Erklärungen gefunden

Im Stich lassen


Fiel damals ein Ritter bei einem Turnier vom Pferd, kam er auf Grund der schweren Rüstung nur mit Hilfe eines Knappen wieder hoch. War dieser zu faul, und half Ihm nicht, ließ er seinen Herrn "im Stich" des gegnerischen Schwertes


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Das geht auf keine Kuhhaut


Damals glaubten die Menschen, dass der Teufel alle Sünden aufschreibt. Da es damals kein Papier gab, schrieb er sie auf Tier-, vornehmlich Kalbs-, oder aber Kuhhäute wenn sonst der Platz auf der Kalbshaut nicht ausreichte. Wenn ein Mensch nun so viele Sünden begangen hatte, dass es auf keine Kuhhaut ging, dann war er ein echter Schurke.


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In der Kreide stehen


"Ich steh bei Dir in der Kreide". Wer das sagt, der hat sich bei jemandem Geld geborgt und dieser will es wiederhaben. Das war im Mittelalter schon so wie heute. Damals war die Kreidetafel im Lokal eine art Pranger für säumige Trinker. Wer gerne über den Durst trank - aber nicht zahlen konnte - dessen Namen und Schulden verewigte der Wirt mit Kreide auf einer Tafel. Das diente auch zur Einsicht für die anderen Gäste. Bis man seine Schulden nicht getilgt hatte, stand man somit in der Kreide.


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Alles in Butter

Die Redensart kommt nicht daher, das mal wieder alles "wie (mit Butter) geschmiert gelaufen ist", sondern stammt aus dem Mittelalter. Wenn damals teuere Gläser aus Venetien über die Alpen transportiert werden mussten, blieb "Bruch" selten aus. Doch dann hatten die Fuhrleute die entscheidene Idee. Sie legten die Gläser in große Fässer und gossen heiße, flüssige butter dazu. Wurde diese fest, hielt Sie die Gläser an Ort und Stelle und dämpfte die Stöße der Kutsche. Selbst wenn ein Faß vom Wagen fiel, zerbrachen die Gläser nicht. Es war eben "Alles in Butter".


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Wanja Rink aus Hamburg, Schriftmeister von Notre-Billstedt.de schreibt zum Thema:

Warum heißt es eigentlich "einen Korb bekommen"?

Also... wenn der Burgherr die Burg verließ, dann war das Burgfräulein im Turm um sicherer zu sein... dies nutzten einige Männer aus, um um sie zu Buhlen und so sangen Sie ihr etwas vom Fuße des Turmes.. daraufhin liessen die Diener der Dame einen grossen Korb an einem Seil hinab in den er sich setzen sollte. Sodann wurde Er höhergezogen, damit das Burfräulein erkennen konnte ob es sich um ein lecker Kerlchen handelte oder ob Er nicht ihrem Geschmack entsprach... war sie begeistert so wurde er höher gezogen... wenn sie ihn nicht wollte, wurde sich keine weitere Mühe gemacht und das Seil einfach losgelassen. Den Korb durfte der Glücklose in bzw. nach diesem Fall dann übrigens behalten (wenn die Dame nicht kurzsichtig war und er nicht zu hoch hing vor dem Absturz). Deswegen "korb geben".


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Chriss aus Marl schrieb mir am 17.02.04 :

Woher kommt: "Er kann Dir nicht das Wasser reichen"?

Jemanden nicht das Wasser reichen können stammt aus dem Mittelalter.

Wenn an der Tafel gegessen wurde, tat man dies auch mit den Fingern. War das Festmahl beendet, mußten die Finger gereinigt werden.

Dazu bekam der Diener den Befehl "Er möge das Waschwasser bringen".

Der Diener nahm dann einen Wasserkrug und goß eine Schale voll. Gelang ihm dies nicht richtig oder er verschüttete das reinigende Nass, so kam der Ausspruch "Er kann nicht einmal das Wasser reichen".

Dies war so ziemlich das Abwertenste was man einem Menschen zur damaligen Zeit sagen konnte!


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