Kleine heraldische Kreuz-Kunde
[Auswahl Ankleiden]


"In Cruce salus, in cruce vita; in cruce protectio ab hostibus"
Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuze schutz vor Feinden.


Ankerkreuz
Eingerolltes Ankerkreuz
Durchgehendes Kreuz
Fadenkreuz
Fußspitzentatzenkreuz
Getatztes Kreuz
Jerusalem-Kreuz
Johanniter / Malteserkreuz
Kleeblatt / Mauritiuskreuz
Krückenkreuz
Lateinisches od. Hochkreuz
Lilienkreuz
Schräg od. Andreaskreuz
Schwebendes Wiederkreuz
Schwebendes Tatzenkreuz
Tatzenkreuz

Aus dem Buch: Wappenkunde; von Ottfried Neubecker, Battenberg Verlag, München 1980


Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere Kreuzformen, allerdings -so denke ich-, habe ich die wichtigsten bzw. gebräuchlichsten hier aufgeführt.




Zum Johanniter / Malteserkreuz wäre vielleicht noch interessant anzumerken, daß die acht Spitzen als Symbol für die acht Seligpreisungen der Bergpredigt oder auch für die acht Ordensnationen stehen. Neben diesem Kreuz führte der Orden im Kampf allerdings auch das weiße Balkenkreuz auf rotem Grund (Waffenrock und Fahne). Die vier Balken dieses Kreuzes symbolisierten die vier Kardinaltugenden: Klugheit, Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit.




Zum Jerusalem-Kreuz ist noch zu sagen, daß es dieses Kreuz als einzige -mir bekannte- heraldische Ausnahme auch in der Variante "goldene (Gelbe) Kreuze auf silbernem (Weißem) Grund" gibt.

Mehr zu den Farb- und Grundregeln der Heraldik (Wappenkunde) finden Sie >>hier<<.




Zur Erscheinungform des Kreuzes, welches vom Deutschen Orden verwendet wurde bzw. wird, hier noch einige Anmerkungen.

Eine Abhandlung nach dem Motto: "Von dann bis dann diese und jene Kreuzform und ab dann diese" muß ich leider schuldig bleiben, da sich einige Kreuzformen zeitlich nicht genau eingrenzen lassen und es Übergangszeiten und Mischformen gab. Was ich in meinem Bücherregal zu diesem Thema fand will ich hier aber gerne mitteilen.

Im Katalog:

"800 Jahre Deutscher Orden"; Germanisches National Museum

Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh / München 1990"

auf Seite 358 ist das folgende zu diesem Thema vermerkt:

"Die ursprüngliche Form des Ordenskreuzes war ein einfaches Balkenkreuz auf weißem Grund, der untere Schenkel etwas länger. (- Etwas länger- toll nicht? Für den Einen ist 3cm "etwas" länger für den nächsten sind´s 10 usw.) . . .

Im 17. Jh. sind die Kreuzenden auffallend verbreitert worden, allerdings nur sehr schwach nach innen abgerundet, um eine Verwechselung mit dem Malteserkreuz zu vermeiden.

Seit dem Generalkapitel von 1606 war das Einfassen des Mantelkreuzes mit einer silbernen Borte üblich, bei Brust- und Halskreuz -letzteres offenbar erst zu Beginn des 16.Jh. aufgekommen- die Silbereinfassung 1531 als Mißbrauch verboten. Doch ließ sich die Form nicht mehr abschaffen und wurde daher 1606 sanktioniert.

Um die Verwirrung komplett zu machen:

Es wurde auch noch das Krückenkreuz verwendet (Hochmeisterfahne etc.), erst nur allein, später (etwa 1219) mit goldenen Balken (in Lilien auslaufend) in den schwarzen Balken (als Lohn der Tapferkeit im Kampf vor Damiette vom König von Jerusalem verliehen, in Anlehnung an das goldene Jerusalem-Kreuz*), und dann auch noch mit dem schwarzen Adler auf goldenem Schild im Schnittpunkt der Balken (etwa 1226).

*Aus dem Buch: "Der deutsche Ritterorden" von Wilhelm Holzgraefe VRZ-Verlag Seite 9/10


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