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Die Geschichte des deutschen Ordens
von Stefanie Leitner

Gründungsphase

Der Deutsche Orden wurde 1190 in der damaligen Kreuzfahrerstadt Akkon von Bremer und Lübecker Bürgern als Spitalbruderschaft gegründet. Seit 1198 fiel ihnen auch die Aufgabe zu, die Pilger im Heiligen Land zu schützen. Neben den Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden der Kreuzzugszeit. Obwohl er fast 100 Jahre jünger war, folgte er den von Templern und Johannitern vorgebildeten Regeln und Organisationsmustern. Sie übernahmen beispielsweise den weißen Mantel der Templer und anstatt des roten Kreuzes verwendeten sie ein schwarzes.

Schon bald gab es für den Orden auch Einsatzgebiete außerhalb des Heiligen Landes: Unter dem bedeutenden Hochmeister Hermann von Salza (1209- 1239), der auch ein Vertrauter von Kaiser Friedrich II. war, wurden die Ritter im siebenbürgischen Burzenland und nach einem Hilfegesuch des Herzogs von Masowien im Kulmer Land am Unterlauf der Weichsel eingesetzt. Von hier aus errichtete der Orden ein geschlossenes Herrschaftsgebiet, dies gelang durch den Kampf gegen die heidnischen Pruzzen. Nach der Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden am 12. Mai 1237 reichte ihr Herrschaftsgebiet von der Grenze Pommerns bis zum Finnischen Meerbusen. Der Amtssitz des Hochmeisters befand sich trotzdem in Akkon, nach dessen Verlust im Jahre 1291 verlegte er seinen Amtssitz zuerst nach Venedig und dann 1309 nach Preußen auf die Marienburg.1


Der Ordensstaat und seine Organistaion

Der Ordensstaat wurde bald zur stärksten Macht im Ostseeraum und Siedler aus allen Teilen des Reiches waren am Ausbau der eroberten Gebiete beteiligt. So gelang es den Siedlern mit der dort ansässigen preußischen Bevölkerung zusammenzuwachsen. Um die Landschaft zu sichern, errichteten die Ritter des Ordens ein Netz aus Burgen und sie förderten die Wirtschaft indem sie zahlreiche Städte gründeten.

Der Hochmeister war der Leiter des Ordensstaates, ihm standen fünf Großgebietiger zur Seite: der Großkomtur, der Treßler (Schatzmeister), der Spitler (Leiter des Hospitalwesens), der Trapier (Verantwortlicher für Kleidung und Ausrüstung) und der Marschall (Leiter des militärischen Bereiches). Der Hochmeister selbst, Treßler und Großkomtur residierten in der Marienburg, der Spitler befand sich in Elbing, der Trapier in Christburg und der Marschall war in Königsberg. Die Generalprokuratoren bei der Kurie, welche ein äußerst gut organisiertes Botensystem aufgebaut hatten, lieferten der Ordensleitung alle wichtigen Informationen über die Lage im Reich und im restlichen Europa.

In der Frühzeit des Ordens kam der Nachwuchs an Rittern vor allem aus dem niederen Adel. Priesterbrüder waren Ritterbrüdern gleichberechtigt. Die Aufgaben der Priesterbrüder waren die Feier der Messe und des Stundengebetes, die seelsorgliche Betreuung der Mitbrüder und die Pflege von Kunst und Wissenschaft. Im 14. und 15. Jahrhundert nahm ihre Bedeutung gegenüber den Ritterbrüdern ab, da sie den nicht kämpfenden Part darstellten.

Als weitere Ordensmitglieder sind zu nennen: nichtadelige Sariantbrüder (Leichtbewaffnete und niedere Amtsträger), Halbbrüder und Halbschwestern die sich im Kranken- und Wirtschaftsdienst befanden.

Die vom Orden gegründeten Städte brachten durch ihr Aufbegehren gegen den Orden tiefgreifende Auseinandersetzungen. Sie wollten sich gegen den Orden behaupten und verbündeten sich gelegentlich mit Polen. 1386 vollzog der Großfürst Jagiello die Vereinigung des christlich gewordenen Litauen mit Polen und 1410 wurde die Vormachtstellung des Ordens bei einer Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg gebrochen.

Die Herrschaft des Deutschen Ordens im preußischen und baltischen Raum wurde durch mehrere Ereignisse beendet: Hochmeister Albrecht von Brandenburg konvertierte zum evangelischen Glauben (1525) und das verbliebene Ordensland wurde in ein weltliches, erbliches Herzogtum umgewandelt.2


1Vgl. Stellwag-Carion Thomas: Der Deutsche Orden, Zeitschrift der K.Ö.St.V. Babenberg, Graz SSe 2008
2Vgl. Stellwag-Carion Thomas: Der Deutsche Orden, Zeitschrift der K.Ö.St.V. Babenberg, Graz SSe 2008


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