Mewe
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(neu 12/06) Bildquelle: P.Pfaender
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Die Reihe der als Bautypus vollständig entwickelten Kastelle eröffnet Mewe. Anders als die zuvor errichteten Burgen, die wegen Ihrer geringen Ausmaße, der bescheidenen Verzierungsformen, des ungewöhnlichen Materials (Papau) und der unvollendeten Bauteile (Bergfriede in Gollub und vermutlich in Roggenhausen) leicht von den späteren Burgen unterschieden werden können, repräsentiert Mewe die Idealform eines Kastells. Diese Burg zeichnet sich durch monumentale Größe, einen vollständig ausgeführten Bauplan einschließlich des Bergfrieds, den ideal quadratischen Grundriß sowie die typischen Verzierungsformen aus schwarz gebrannten Köpfen aus. Mewe wird demselben Architekten zugeschrieben wie das kurze Zeit später errichtete Rehden, das preußische Kastell "par excellence".
Die Hauptbauzeit der klassischen Kastelle ist in den Amtszeiten der Hochmeister Karl von Trier (1311 - 1324) und Werner von Orseln (1324 - 1330) zu legen. Beide bemühten sich um eine Reform des Ordensstaates und versuchten, dem Ideal des mönchischen Staates durch die Betonung des religiösen, des Interlektuellen sowie der Kultur in den Konventshäusern näherzukommen.
Mewe, Rehden und Strasburg begründeten den Kastelltypus, der in den folgenden Jahrzehnten etliche Male -zunehmend weniger kreativ abgeändert- wiederholt wurde. Hinsichtlich der Proportionen sind diese drei Burgen zweifellos die architektonisch gelungensten Kastelle, die in Preußen entstanden sind.
Das früheste einheitlich in Backstein ausgeführte Kastell ist, neben Gollub, die Burg Mewe. Obwohl mehrmals umgebaut, ist Mewe auch eine der besterhaltenen Ordensburgen, die bis heute mit ihrer Silhouette das Panorama des hohen Weichselufers bestimmt. Das Haupthaus liegt inmitten einer unregelmäßig geführten Vorburg, wodurch eine mit keiner anderen Deutschordensburg vergleichbare Anlage gebildet wird. Die Vierflügelanlage des Konventshauses mit ausgebauten Flügeln besaß drei Ecktürme sowie einen mächtigen, im Grundriß quadratischen Bergfried, der leicht vorspringend in die Nordostecke eingebaut war und von dem nur die unteren Geschosse erhalten sind. Mit einer Seitenlänge von 12m war er der größte Burgturm der je in Preußen erbaut wurde.
Aus dem Buch: Die Konventsburgen im Deutschordensland Preussen - Tomasz Torbus
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