Burg 27

Ragnit

[vorherige Burg] [Burgenauswahl] [nächste Burg]



Quelle Bild: 1


Die letzte Burg die derDeutsche Orden errichtete, war gleichzeitig eine der imposantesten: Ragnit. Für von Quast war sie "vielleicht das großartigste aller eigentlichen Festungsschlösser in Preußen". Ragnit erscheint zunächst als Ausnahme, die nicht von der Kriese der Konventsidee und der damit verbundenen Architekturform betroffen war. Die Wirkung dieses 1945 ausgebrannten, später durch eine Gasleitung verunstalteten roten Kubusauf dem hohen Memelufer ist immer noch gewaltig. Die Burg - ein typisches Konventshaus, das seinem Äusseren gemäß genauso um 1300 hätte entstehen können - läßt die daneben liegende Stadt wie einen unerheblichen Zusatz erscheinen. Steinbrechts negative Beurteilung der Burg Ragnit muß überdacht werden. Steinbrecht wie auch Clasen schlossen rückwirkend von dem trostlosen neuzeitlichen Erscheinungsbild auf die Architektonische Form in der Ordenszeit. Der Zerfall des Baus in der Sowjetzeit brachte ihn ironischerweise seinem ursprünglischen Zustand wieder näher. So stellte sich heraus, daß unter der dicken Putzschicht versteckt eine durchgehende Verziehrung mit Rauten aus schwarz gebrannten Köpfen lag, die an die Qualitätvollen Beispiele der Konventshäuser vom Anfang des 14. Jahrhunderts anknüpft. Auch die bereits von Steinbrecht rekonstruierten hohen Giebel, deren existenz gesichert ist, lassen Ragnit in einem günstigerem Licht erscheinen, als dies in der bisherigen Forschung der Fall war. Dennoch muß Ragnit als epigonaler Bau bezeichnet werden. Seit 1289 bis ins 16. Jahrhundert existierte in Ragnit beinahe ununterbrochen eine Komturei. Sie entstand an der Stelle der prußischen Burg Raganita, die durch die Deutschordensburg Landeshut ersetzt wurde; im Laufe der Jahrzehnte bekam die Burg ihren alten prußischen Namen zurück. Anders als eine Reihe von provisorischen Fluchtburgen des Ordens in der Gegend, die von den Litauern zerstört und vom Orden aufgegeben wurden, erwies sich Ragnit als dauerhafter Stützpunkt.

Aus dem Buch: Tomasz Torbus; Die Konventsburgen im Deutschordensland Preussen; Oldenbourg Verlag München 1998



Quelle Bild: 2



Quelle Bild: 1



Quelle Bild: 15



Quelle Bild: 1



Quelle Bild: 1



Quelle Bild: 1



zum Seitenanfang


[vorherige Burg] [Burgenauswahl] [nächste Burg]


[Auswahl (Mittelalter)]