Burg 25

Bütow

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Quelle Bild: 15


Man ist erstaunt, wenn man heute im polnisch verwalteten Pommern einer fast völlig wiederhergestellten Ordensburg begegnet.

~ In Bütow wurde in der restaurierten Burg ein Hotel eingerichtet.

~ Obwohl es sich in Bütow um eine der jüngsten Burgen des Deutschen Ordens handelt, die um 1400 zwischen der Neidenburg und dem Konventshaus Ragnit entstanden ist, so fehlen an ihrem hohen Alter von fast sechshundert Jahren nicht einmal mehr zwei Jahrzehnte. Ein so altes Gebäude kann vielerlei aus guten und schlimmen Zeitläufen erzählen. Zuerst stand dort in Bütow eine Burg der Herzöge von Pommerellen. Als die Samboriden mit Herzog Mestwin ausstarben, erbte die Burg und Herrschaft der herzogliche Marschall Hennig von Behr, dessen Söhne sie 1329 an den Deutschen Orden verkauften. Das dort eingerichtete Pflegeramt, dem 1346 der Ordensritter Ludolf von Hake vorstand, war bis zum Ende des 14. Jahrhunderts in der umgebauten alten Burg untergebracht. Dann entstand in einer Bauzeit von 1390 bis 1405 die neue Burg, deren wesentliche Konzeption sowie große Teile des Baukörpers auch heute noch in dem mehrfach umgebauten und restaurierten Gebäudekomplex erkennbar sind. Nach der unglücklichen Schlacht bei Tannenberg von 1410 fiel die schlecht besetzte Burg kampflos für einige Monate in polnische Hände, konnte sich danach 1433 noch einmal dem Ansturm der Hussiten erwehren, ging aber 1455 im Städtekrieg dem Orden verloren.

~ Die um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert vom Deutschen Orden und seinem hervorragenden Architekten Nicolaus Fellenstein erbaute Burg gehört zu den kleineren Häusern der Hochmeisterzeit, die zugleich als Verwaltungssitz sowie dem Landesschutz dienen sollten. Bütow stellt mit seinen völlig andersgearteten Einzelformen den Auftakt zu neuer Stilbildung und zu einer entwicklungsgeschichtlich ungewöhnlichen Abkehr vom Überlieferten dar. Hier werden Fenster und Portale nicht mehr von Spitzbogen abgeschlossen, keine Profilsteine aus Ton werden verwendet, und die bisher üblichen Steingewölbe machen wieder einfacheren Kreuz- und Tonnengewölben Platz.

Aus dem Buch: Burgenland Preussen von Friedrich Borchert; Mahnert-Lueg 1987



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