Burg 23

Neidenburg

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Quelle Bild: 15


(Neu 12/06) Bildquelle: P.Pfaender


Diese Burg verdient sicher die vielen Lobpreisungen von Kennern und Laien, denn sie verkörpert in Lage und Bauform das Bauwerk, das man sich gemeinhin als Prototyp einer Burg vorstellt. Über der Stadt auf einem steil abfallenden Hügel liegt der massige Bau mit zwei truzigen Türmen und hochgezogenen Mauern, die den Einblick verwehren, und vermitteln den Eindruck einer soliden, verläßlichen Verteidigungskraft, ohne Schnörkel und ohne Kraftmeierei.

~ Nach diesem Lobgesang wollen wir uns die Burg etwas näher ansehen, und das ist heute noch möglich, denn sie ist weitgehend erhalten geblieben und dort wo der Krieg ihr Wunden schlug, inzwischen wieder ausgebessert worden. Der steile Burgberg ist heute von hohen Bäumen bewachsen, die vielleicht etwas von dem früher augenfällig wehrhaften Aussehen wegnehmen. Das Plateau des Hügels wird von dem rechteckigen Burgkomplex ganz ausgefüllt, der einst von einem umlaufenden Parcham mit Wehrmauern umgeben war.

~ Das sogenannte "Rechte Haus", der Hauptflügel, liegt an der Westseite zur Stadt hin und hat an seinen Schmalseiten dekorativ belebte Staffelgiebel mit Blenden und Fialen. Unter dem hohen steilen Dach befinden sich große Speicherräume mit beiderseitigen Wehrgängen in Mauerdicke, die um den gesamten Gebäudekomplex einschlißlich Hofmauern und Türme laufen und mit einer dichten Reihe von Wehrluken versehen sind. Das Hauptgeschoß hat die traditionelle dreiteilung in Kapelle, Remter und kleineren Arbeitsraum. Größter und vornehmster Raum ist die im südteil des Flügels liegende Kapelle mit einem schönen sechszackigen Sterngewölbe, an deren Schmalseite ein kleiner Raum erkerartig hinausgebaut ist.

~ Durch die Brände bei und nach der eroberung durch die Sowjets im Januar 1945 sind die Wandgemälde in der Neidenburg weitgehend zerstört worden. Durch Restaurierung im Jahre 1964 konnte nur ein sehr bescheidener Teil mit großen Fehl- und Schadstellen gesichert werden.

~ Aus der 1266 eroberten prussischen Burg Naito war zuerst eine Holz-/Erde-Festung des Ordens entstanden, die schon in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts ausgebaut wurde. Der tatkräftige Komtur von Osterode, Günther von Hohenstein (1349 - 1370), begann mit dem Neubau, der jedoch bei einem Litauereinfall unter Kynstut 1376 im Bauzustand teilweise zerstört wurde. Erst der Komtur Kuno von Liebenstein konnte um 1380 die Burg in ihrer jetzigen Gestalt dem Pfleger übergeben. Bereits 1384 fand in ihr ein Städtetag statt.

Aus dem Buch: Burgenland Preussen von Friedrich Borchert; Mahnert-Lueg 1987



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(Neu 12/06) Bildquelle: P.Pfaender



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