Burg 22

Roggenhausen

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Quelle Bild: 15


Nach Feststellungen Caspar hennebergers aus dem Jahre 1583 hat dieser Stelle um 1200 die prussische Feste Rogaw gestanden, die vom Deutschen Orden noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Thorn aus erobert worden ist.

~ Es begann sodann die planmäßige Gründung und Anlage von Bauerndörfern. Im Waldgebiet an der Ossa lassen sich die ersten Deutschen Siedlungen nachweisen, an deren Südrand die Stadt und Burg Rheden entstanden. Nach anfänglicher verwendung der alten Wallanlage begann der Deutsche Orden um 1270, die Burg Roghausen, wie ihr Name zuerst lautete, in Stein auszubauen. Dies geschah im Rahmen der dritten Burgenlinie, wobei als Schutz gegen Nordosten die Grenzburgen Graudenz, Engelsburg, Roggenhausen, Rheden und Strasburg errichtet wurden. Während die beiden erstgenannten Burgen noch in der unregelmäßigen Kulmer Burgform entstanden, setzte sich in Roggenhausen bereits die regelmäßigkeit der rechteckigen bis quadratischen Grundform durch. Es hat den Anschein, daß die Burg Roggenhausen nach längerer Bauzeit in der Stilbildenden Epoche des Konventshauses fertiggestellt worden ist. Sie wäre demnach baugeschichtlich zwischen den Burgen Birgelau und Brandenburg einzuordnen.

~ Die größere östliche Hochfläche mit mehr als drei Hektar Grundfläche faßte man als Vorburg mit einer Wehrmauer ein. Im Südosten sprang in die Lessauer Schlucht ein Flankenwerk mit Türmen vor, von dem aus Angriffe auf das nördlich anschließende Vorburgtor abgewehrt werden sollten. Diese auffallend große Vorburg war vielleicht, wie später auch in Schlochau, ursprünglich als Terrain für eine Stadtgründung vorgesehen, denn das gesammte befestigte Burggebiet war mit über 60.000 Quadratmetern neben Althaus Kulm das ausgedehnteste in der Preußischen Landmeisterzeit. Im Vorburggelände lagen Wirtschafts- und Werkstattgebäude, aber mehr als die Hälfte blieb unbebaut und wurde als Garten und Wiese benutzt.

~ das auf der westlichen Hügelspitze gelegene Haupthaus war durch einen dem Torhaus grabenseitig vorgelagerten Zwinger mit Wehrgang sowie durch zwei schwere Tore und ein Fallgatter im Torturm stark gesichert. Noch heute prägt der gewaltige quadratische Torturm mit seiner hohen Fallgatternische und den auf allen Seiten scharfkantig ausgemauerten drei schmalen, hohen Blenden das Bild der Ruine.

Aus dem Buch: Burgenland Preussen von Friedrich Borchert; Mahnert-Lueg 1987



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