Burg 21

Engelsburg

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Quelle Bild: 15


Eine der ältesten Burgen des Kulmer Landes liegt unmittelbar an der Straße von Graudenz nach Rheden, etwa auf halbem Wege zwischen beiden Städten.

~ Noch heute lassen die truzigen Ruinen Größe und Wehrhaftigkeit der längst verfallenen Burg des Deutschen Ordens erahnen. Bereits im Vertrag von Lonyz vom Jahre 1222 wird die ehemalige Burg Pokriwen erwähnt, an deren Stelle der Deutsche Orden unter Landmeister Hermann Balk um 1236 die Engelsburg gründete. Für die im Jahre 1278 eingerichtete Komturei wurde der ursprüngliche Holzbau in Stein neu aufgeführt, wobei zuerst ein Mauerring mit Torhaus und anschließend das Haupthaus entstanden. Erst etwa fünfzig Jahre später errichtete man an der Ostseite parallel zum Hausgraben, ein weiteres großes Steinhaus. Es schloß etwas versetzt an das Torhaus an und enthielt die Kapelle. Die ganze Hauptburg bestand aus einem unregelmäßigen Sechseck, in den die genannten drei Häuser an der Ostmauer eingefügt waren. Hofseitig verband ein zweigeschossiger hölzerner Kreuzgang die Häuser miteinander und führte zu den Eingängen im Hauptgeschoß, denn es gab keine Treppen im Haus. Vermutlich enthielt der Hof aber noch ein oder zwei altertümliche Fachwerkhäuser an der Westseite, die später Wirtschaftszwecken dienten. Das noch heute bis zum Hauptgeschoß vorhandene Torhaus mit seinem Steingefasstem Torweg liegt an einem Trapezförmigen Vorhof, der zwischen Hausgraben und Hauptportal als Zwinger ausgebaut gewesen sein dürfte.

~ Östlich vor dem Hausgraben lag die geräumige Vorburg, hier mittleres Haus genannt, die als unregelmäßiges Sechseck ganz den gegebenen Geländeverhältnissen angepasst und von einer Wehrmauer umgeben war.

~ Von der heute jenseits der Causseé liegenden Vorburg sind noch ein Teil der Umfassungsmauern sowie zwei Ordenszeitliche Backstein-Scheunen erhalten. das Vorburgtor hat einen gemauerten weiten Spitzbogen, der mit einem Band aus schwarz glasierten Backsteinen und von viereckig umlaufenden Mauervorsprüngen eingefaßt ist. Bekrönt wird das Tor von einem Zier-Wehrgang mit kleinen Spitzgiebeln und Fialen. Ein Schild mit dem schwarzen Ordenskreuz zierte früher die Mitte über dem Torbogen; sein Platz ist jetzt noch an den Befestigungseisen im Mauerwerk erkennbar.

~ Die schwere Niederlage des Deutschen Ordens bei Tannenberg (15.Juli 1410) hatte nachhaltige Auswirkungen auf den ganzen Ordensstaat. Sie führte auch zur Auflösung der Komturei Engelsburg, deren Gebiet der Komturei Rheden und der Vogtei Roggenhausen zugeteilt wurde.

Aus dem Buch: Burgenland Preussen von Friedrich Borchert; Mahnert-Lueg 1987



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