Burg 2

Rößel

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Rößel, Kreisstadt, Burg des Bischofs von Ermland, ebenfalls von Johann I. (1350-1355) begonnen und weiterhin von seinen beiden Nachfolgern gebaut. Rechteckiges Kastell mit zwei zusammenhängenden, voll ausgebauten Flügeln und einstmals Wirtschaftsgebäuden an den beiden anderen Mauerstrecken. Am Nordwestende der runde Bergfried wie in Allenstein. Die Burg liegt in der Südostecke der Stadt, halb in diese hineinreichend und mit Ihren Parchammauern sich an die Stadt anschließend. Die Westfront zur Stadt hin ist eingefaßt von dem Bergfried und einem (jetzt beseitigtem) Giebel; in der Mitte der Torturm mit hoher Fallgitternische, auf den dazwischenliegenden Strecken der Mauer befinden sich Maschikuli auf kräftigen Ziegelkonsolen. Eigenartig ist der rundbogenfries am Turm, ähnlich dem zu Neidenburg, was auf Gleichzeitigkeit hinweist (1370 - 1380). Von den beiden Haupflügeln enthielt der eine die bischöflichen Räume, der andere das Revier des Vogtes. Die Parchammauer hat an der Südwestecke das Tor, das zum städtischen Kirchhofe hinführt, an den drei anderen Ecken halbrunde Türme des 15. Jahrhunderts, für Hakenbüchsenverteidigung. Im Kriege 1807 brannte die Burg aus; beim Wiederaufbau der Dächer wurde der Südflügel 1822 zur evangelischen Kirche umgebaut. Der stark gegliederte , turmreiche Bau liegt auf der Krone eines bewaldeten Abhanges, der Baumeister hat mit Erfolg auf malerische Wirkung in der Landschaft hingearbeitet.

aus dem Buch: Die Burgen des Deutschen Ritterordens in Preußen von Bernhard Schmid



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[Auswahl (Mittelalter)]