Burg Horneck am Neckar über Gundelsheim
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(Neu Dez. 2007) Bild: André von Mittelalter-Kontor.com
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Wären nicht der hohe Turm und der sich bis zur Stadt hinziehende Ring der Wehrmauern mit ihren Rundtürmen, würde man in der barocken Schlossanlage oberhalb der Stadt Gundelsheim kaum eine mittelalterliche Burg vermuten. Der Turm ist in der Tat ein mittelalterlicher Bergfried, den man geschickt in das Barockschloss mit einbezogen hatte.
Die Burg Horneck wurde wohl um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert von einem bis dahin unbekannten edelfreien Geschlecht erbaut, das sich Horneck nannte. Um 1250 trat der Besitzer Konrad von Horneck mit seinem beiden Söhnen in den Deutschen Ritterorden ein und brachte als Eintrittsgabe die Burg samt zugehörigem Besitz mit.
Der Deutsche Ritterorden war im Heiligen Land eigentlich als Samariterorden zur Unterhaltung eines Spitals gegründet worden, doch bald schon wurde er in einen Ritterorden umgewandelt. Seit 1227 setzte er sich in Preußen fest und betrieb energisch den Aufbau eines eigenen Staates. Wie in diesem Fall wurde der Orden auch sonst im Reich mit umfangreichem Besitz beschenkt. Diese Güter wurden von einzelnen Komtureien verwaltet, die ihrerseits straff in den zwölf Balleien des Reiches zusammengefasst waren. Konrad von Horneck wurde vom Hochmeister mit der Verwaltung der neu geschaffenen Komturei Horneck betraut. Bis zur endgültigen Säkularisierung des Ordens im Jahre 1803 blieb die Burg samt dem 1378 zur Stadt erhobenen Ort Gundelsheim im Besitz des Ordens.
Trotz des barocken Umbaues ist noch einiges von der mittelalterlichen Burg zu erkennen. Rund um das Schlossgebäude ziehen sich die Reste der mittelalterlichen Wehranlage hin, auch der Halsgraben ist noch deutlich zu erkennen. Ähnlich wie bei der weiter Neckar abwärts gelegenen Burg Hirschhorn wurde auch hier eine Verbindung zwischen Burg und der darunter liegenden Stadt hergestellt. Die Stadt diente dadurch als Vorburg.
1410 verlor der Deutsche Ritterorden bei Tannenberg eine entscheidende Schlacht gegen die vereinigten Polen, Litauer und Livländer. In den nachfolgenden anhaltenden Wirren verlegte der Deutschmeister 1438 zumindest nominell seinen Sitz nach Horneck. 1525 indessen wurde während des Bauernkrieges die Burg von den aufgebrachten Bauern erobert und völlig zerstört. Der Deutschmeister flüchtete und verlegte seinen Sitz nach Mergentheim. Nach dem Bauernkrieg wurde die Burg schnell wieder aufgebaut.
Eine wesentliche Umgestaltung erfuhr die Burg dann im Jahre 1724; es entstand die heutige Schlossanlage. 1824 gelangte das Schloss aus dem Besitze des Staates Württemberg in private Hände und diente gelegentlich als Sanatorium. 1960 schließlich erwarben die in der Bundesrepublik lebenden Siebenbürger Sachsen das Schloss. Seither wird es als Alten- und Ferienheim benutzt. Ein kleines, sehr gut ausgestattetes Museum unterrichtet über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen und der Stadt Gundelsheim.
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Die Burg ist ab der Ortsmitte ausgeschildert.
Aus dem Buch:
Burgen im Neckartal, Text Jochen Goetze, Fotos Werner Richter, Verlag Brausdruck Heidelberg 1989

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